MEDIENINFORMATION
A26 - Ein Propagandafilm, wie man es aus „auto“ritären Ländern gewohnt ist
Die ASFINAG schafft es, in einem knapp zwei Minuten langen Film mindestens 10 Lügen unterzubringen!
Dass man zuerst in Linz mit Abrissbirnen und -baggern alles niederwalzt und dann noch Hunderte Bäume umhaut und dann in einem Film über die A26 die heile Welt vermittelt, passt in das Schema eines Staatskonzerns, der als Vollstreckungsunternehmen die seinerzeitige Erpressung des Bundes durch das Land OÖ nun (fast 20 Jahre später) umsetzen muss.
Alle 13 Sekunden kommt in diesem Film eine Lüge vor.
https://www.youtube.com/watch?v=8NDNh20VGXI
Der Film missachtet alle Grundsätze, die eine seriöse Berichterstattung einzuhalten hat:
Wahrheitsgemäße Infos, Abwägung der Für und Wider für so ein Autobahnmonster, Aufzeigen von Alternativen, Reagieren auf massiven Spardruck, Blick auf die anstehenden Probleme dieser Welt.
Beschönigung bis zum Exzess!
Hier die Auflistung der 10 Lügen:
Lüge 1: Die A26 ist eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte in OÖ
- Wahr ist: Betrifft nur einen kleinen Teil des Linzer Verkehrs (statt Römerbergtunnel nun Westringtunnel), große Teile des Verkehrs in Linz (Urfahr, Linz Ost, Hafenviertel, Linz-Süd) sowie von und nach Linz bleiben unberührt)
- Wahr ist, dass die A26 nur einen sehr kleinen Anteil am Linzer Verkehr (rund 3 %) betrifft.
- Wahr ist: viel wichtigere Infrastrukturprojekte in OÖ sind der Ausbau des Schnellbahnsystems im oö Zentralraum und der Ausbau der weiter nach außen führenden Bahnlinien (Mühlkreisbahn, Summerauer Bahn, Pyhrnbahn, …)
- Wahr ist, dass das ein vollkommen entbehrlicher ‚Wurmfortsatz‘ der A7 ist, der nie und nimmer dieses Ausmaß an Stadtverwüstung und Geldvernichtung annehmen hätte dürfen.
- Wahr ist, dass hier mindestens 1.200 Millionen Euro investiert werden sollen, um Zig Tausend zusätzliche Autofahrten in die Linzer Innenstadt zu führen.
- Wahr ist: Dieses Projekt ist für Österreich vollkommen unbedeutend und in OÖ auch nur ein lokales Linzer Projekt. Bedeutend sind nur die astronomisch hohen Kosten. Schon in Steyr und Wels ist es allen egal, ob es dieses Autobahnmonster in Linz geben wird oder nicht.
Lüge 2: Die A26 reduziert das Verkehrsaufkommen in der OÖ Landeshauptstadt deutlich
- Wahr ist: Die Unterlagen zur UVP 2012 prophezeien eine massive Verkehrszunahme in der Linzer Innenstadt. Es ist weltweit noch nicht passiert, dass der Verkehr nur deswegen abnimmt, weil eine Monsterautobahn in eine Stadt hinein errichtet wird.
- Wahr ist: der Verkehr in und nach Linz wird nur abnehmen, wenn man den Menschen Alternativen zu Autofahrten bietet. D.h. zuerst Schnellbahnsystem ausbauen und generell den Öffentlichen Verkehr und den Radverkehr noch massiv verbessern
Lüge 3: Die A26 bringt mehr Lebensqualität
- Wahr ist: Bei angekündigten zusätzlichen 30.000 Kfz pro Tag kann die Lebensqualität nicht zunehmen.
- Wahr ist: Das Bahnhofsviertel ist bereits jetzt durch schlechte Luftqualität so belastet, dass keine Kindergärten gebaut werden dürfen. Der Abgasschlot beim Wissensturm wird die Abgase, Feinstaubpartikel ungehindert in das Bahnhofsviertel blasen. Die Kärtnerstraße wird die neue Transitstraße durch Linz. Tausende Menschen, die beim Bahnhof wohnen und arbeiten (LDZ, Finanzamt, BH Linz Land) setzt man eine Verkehrshölle vor die Tür.
Lüge 4: Die A26 erzeugt kürzere Wege
- Wahr ist: Die Wege werden z.T. durch die endlosen Rampen der Donautalbrücke länger bzw. fahren die Leute über die A26 auf längeren und neuen Wegen zu ihren bisherigen Zielen. - Wahr ist: Die Staus in der Stadt werden größer, deshalb werden kürzere Wege nicht effektiv. Bei der Monsterausfahrt der A26 führen 7 Spuren in die 4-spurige Kärtnerstraße – Stau ist vorprogrammiert. Die anderen Spuren der A26 führen in den Bindermichl – und Niedernharter Tunnel, die beide jetzt schon überlastet sind – Stau wird größer, weil die A26 massiv neuen Verkehr erzeugt (B127 jetzt schon +15 % in 2 Jahren)
Lüge 5: Zwei getrennte Tunnelröhren sorgen für größte Sicherheit
- Wahr ist: Die größte Sicherheit ist, den nach der Verlagerung zum umweltfreundlichen Verkehr reduzierten Kfz-Verkehr oberirdisch zu führen. Nur so ist größte Sicherheit erreichbar.
- Wahr ist: Die Errichtung der A26 erzeugt mehr Kfz-Verkehr in der Innenstadt, wodurch die Innenstadt wieder deutlich unsicherer für die Radfahrer und Fußgänger wird.
Lüge 6: Der starke Verkehr verschwindet in der Waldeggstraße unter der Erde
- Wahr ist: Durch die A26 werden in der Waldeggstraße 8 statt bisher 4 Autospuren entstehen. Viel deutlicher kann man es nicht sagen, dass die A26 ausschließlich der Autoverkehrsertüchtigung bzw. der Anheizung des Autoverkehrs dient.
- Wahr ist, dass im Querschnitt Waldeggstraße um 75 % mehr Verkehr fahren wird als 2010.
Wahr ist, dass der Tunnel Waldeggstraße lt. Prognosen hier deutlich mehr zusätzlichen Verkehr erzeugen wird (+54.000 Kfz/d) als der Verkehr auf der Oberfläche abnimmt (-20.700).
Lüge 7: Mit diesem Tunnel wird dieser Stadtteil deutlich verkehrsberuhigt
- Wahr ist: das prognostizierte Verkehrsaufkommen in der Kärntnerstraße ist plus 109 %, in der Ziegeleistraße plus 33 % und in der Kudlichstraße plus 28% Verkehr und in der gesamten Linzer Innenstadt im Mittel ein Plus von 30 %. Je näher man zum Bahnhofsknoten kommt, desto höher werden die Straßen zusätzlich belastet und damit das Gegenteil von „beruhigt“.
Lüge 8: Optimierter Radweg in der Waldeggstraße für mehr Sicherheit und Komfort
- Wahr ist: Hier soll interessanterweise wieder der Radverkehr herhalten, damit so ein Steinzeit-Projekt gebaut werden kann.
- Wahr ist: Auch die unterirdischen Fahrspuren kommen beim Wissensturm an die Oberfläche und bilden zusammen mit den bereits bestehenden Fahrspuren an der Oberfläche eine lebensfeindliche, verkehrsreiche, versiegelte, abgasreiche Fläche, die keinem Radfahrer zugemutet werden kann.
Lüge 9: Die Entlastung wird in Urfahr entlang der Rudolfstraße, auf der Nibelungenbrücke sowie ganz besonders im Abschnitt Waldeggstraße spürbar
Es ist haarsträubend, wie hier die Bevölkerung an der Nase herumgeführt wird.
- Wahr ist: Die Entlastung der Nibelungenbrücke findet nicht ansatzweise in dem Umfang statt wie versprochen und in der Waldeggstraße wird laut ASFINAG in Summe 75 % mehr Verkehr unterwegs sein, nur weil die A26 generell massiv neuen Verkehr erzeugt. In der Rudolfstraße wird massiv zusätzlicher Verkehr von Westen über den Freinbergtunnel und die Donautalbrücke nach Urfahr gelangen.
Lüge 10: Für die ASFINAG stehen der Schutz von Mensch und Umwelt sowie partnerschaftliches Vorgehen im Mittelpunkt dieses Projekts
Das ist der Gipfel an Scheinheiligkeit!
- Wahr ist: Auch dieses Staats-Unternehmen verleugnet den Klimawandel. Der Kfz-Verkehr ist eine der größten Treiber der klimaschädlichen Emissionen in Österreich. Durch den Bau der A26 mit einem gigantischen städtischen Autobahnntunnel, mit dem größtmöglichen Autobahnknoten beim Hauptbahnhof, dem schon Hunderte Bäume zum Opfer gefallen sind, und dem Abriss und Wiederaufbau der Westbrücke werden Hunderttausende Tonnen an C02 emittiert. Dazu kommt die Attraktivierung des motorisierten Individualverkehrs durch den Bau der A26 („Induzierter Verkehr“). Die Gesamtwirkung aus Errichtung, Betrieb und induziertem Verkehr ist ein Klimaverbrechen ersten Ranges. Dazu kommen noch die fast völlige Zerstörung des Bergschlössl- und Ziegeleiparks.
- Wahr ist: Das Zerstören eines ganzen Stadtteils, wie das jetzt schon im Bahnhofsviertel passiert ist, ist kein partnerschaftliches Vorgehen, sondern ein Drüberfahren über alle, die diesen Irrweg seit Jahrzehnten bekämpfen und unfair gegenüber den Menschen, die die jahrzehntelangen Märchengeschichten von Politik und ASFINAG geglaubt haben und sich bitter enttäuscht sehen werden.
Hier ein Film zu den 10 Lügen auf Dorf TV: https://dorftv.at/video/47775
Für Nachfragen: Rudolf Schober, 0677 63764099