Presseaussendung vom 22.06.2016

STRASSENBAHN GRUBERSTRASSE


Fotos: Harald A. Jahn, aus "Die Zukunft der Städte"

Initiative Verkehrswende jetzt!
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Linz, 22.6.2016

 

MEDIENINFORMATION

 

 

Linz/Straßenbahn Gruberstraße/Verkehrswende

 


Eine neue (oberirdische) Straßenbahnlinie als Chance zur Neugestaltung und Attraktivierung der Stadt und ein lebenswerteres Stadtumfeld

 

 

Zu diesem Thema war vor kurzem der Verkehrsexperte Harald A. Jahn zu einem Vortrag in Linz und hat dabei anhand von beeindruckenden Beispielen aus ganze Europa gezeigt, was an positiven Veränderungen im städtischen Umfeld mit der Errichtung neuer Straßenbahnlinien einhergehen kann.

 

Mit der Anordnung von Rasengleisen könnte wieder mehr Grün in die teils öden und viel zu breiten Asfaltflächen in Linz Einzug halten.

So könnte es in der Gruberstraße nördlich der Derfflingerstraße ausschauen:
http://www.inamo.at/2SBA/Bilder/Gruberstrasse Linz.jpg

 

Beispiele von aufgewerteten Stadtumfeldern in französischen Städten sehen sie hier:

(Bilder aus dem Buch "Die Zukunft der Städte" von Harald A. Jahn)
http://www.inamo.at/2SBA/Bilder/Bordeaux.jpg
http://www.inamo.at/2SBA/Bilder/Orleans.jpg
http://www.inamo.at/2SBA/Bilder/Grenoble.jpg

 

 

All das ist nicht erreichbar , wenn man eine sündteure unterirdische Straßenbahn errichtet, die sowohl im Bau als auch im Betrieb enorme Kosten verschlingt und mit geplanten 7 unterirdischen Haltestellen neue, vermeidbare Probleme im Hinblick auf Sicherheit, Angsträume und Barrierefreiheit schafft.

 

Außer unscheinbaren Haltestellenabgängen ist von diesem nachhaltigen Verkehr in der Stadt nichts zu sehen, auf der Oberfläche dominiert weiterhin der Kfz-Verkehr. Die technokratische Variante der Tunnelstraßenbahn soll mit Biegen und Brechen durchgeboxt werden.

 

Die in diesem Zusammenhang von der Politik angeführten Argumente sind teilweise absurd:

 

Die Aussage, dass (nur) ein Drittel der Gesamtkosten der Straßenbahnachse für unterirdische Anlagen notwendig ist, kann nicht nachvollzogen werden. Gemäß Erfahrungswerten kostet ein oberirdischer Kilometer neue Straßenbahn zw. 10 und 25 Mio Euro, unterirdische Streckenkilometer kosten von 50 bis 100 Mio Euro. Bei den Haltestellen kann oberirdisch von 1 bis 2 Mio Euro ausgegangen werden, unterirdisch von 10 bis 20 Mio Euro.

 

Daraus ergibt sich, dass beim derzeit geplanten System der 2. Straßenbahnachse über 60 % den unterirdischen Bauteilen zuzuordnen ist, eine oberirdische Lösung also ungleich billiger zu realisieren wäre.

 

Dass bei einer oberirdischen Führung der neuen Straßenbahnachse bis zu 6 min Zeitverlust zu erwarten sind, kann ebenfalls nur als absurd bezeichnet werden. Bei einem durchschnittlichen Haltestellenabstand von knapp unter 400 m im unterirdischen Teil kann gar kein merkbarer Zeitgewinn gegenüber oberirdischen Lösungen entstehen, weil zwischen den Haltestellen die Abschnitte mit höherer Geschwindigkeit sehr kurz sind. Und beim Vergleich mit einer oberirdischen Lösung darf man nicht davon ausgehen, dass einer oberirdischen Führung der Straßenbahn nur „Prügel vor die Füße“ geworfen werden, sondern alle Maßnahmen einer Bevorzugung der Straßenbahn ergriffen werden.

Wenn die Politik nicht daran glaubt, dass mit einer neuen Straßenbahnlinie wesentliche Teile des Autoverkehrs in diesem Bereich umgelagert werden können, dann macht die Errichtung einer 2. Straßenbahnachse sowieso keinen Sinn.

 


Für weitere Anfragen:
Hayk Pöschl, Tel. 0664-73167071

Die INITIATVE VERKEHRSWENDE JETZT! ist ein Netzwerk von mittlerweile 18 Bürgerinitiativen und Vereinen, das sich für eine umwelt- und menschenfreundliche Verkehrwende in Oberösterreich einsetzt.
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Straßenbahn Gruberstr 20160503.jpg
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Foto und Fotomontage: Hayk Pöschl